Bitte wählen Sie:

Kapitel I: Geschichte


Kapitel II: Geschichte der Wallfahrt


 

Ort und Pfarre

Am Fuß des majestätischen Steinernen Meeres, etwa fünf Kilometer von Saalfelden entfernt, liegt die Gemeinde Maria Alm (800 m). Funde beweisen eine Besiedlung dieses Raumes bereits in der Bronzezeit (1800 bis 800 v.Ch.)

Der Name „Alm“ ist erstmals 1228 erwähnt. Von einer Kirche in Alm ist zum ersten Mal 1374 die Rede. Diese Kirche verdankt ihren Ursprung dem mächtigen Geschlecht der Herren „von der Almb“, die mehr als 400 Jahre lang im Salzburger Landadel eine führende Stellung inne hatten und reiche Besitzungen ihr Eigen nannten. Ihre Burg befand sich auf dem Schattberg, wo heute das „Burgstallgut“ steht.

Am 7. Mai 1429 gewährte Papst Martin V. einen Ablass allen, die sich beim Um- bzw. Neubau der Kirche beteiligten.

Die bis 1539 von Saalfelden aus betreute Kirche erhielt im selben Jahr durch die Stiftung des dort in Ruhestand lebenden früheren Bischofs von Chiemsee, Berthold Pürstinger, ein Vikariat. Doch schon 1511 hatte der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach angeordnet, dass in Alm täglich eine Messe zu lesen sei. Zum Seelsorgegebiet von Alm gehörte das Urslautal und „was hinter der Frauenkirche liegt“ (Stiftungsbrief). Erst 1738 erfolgte die Ausgliederung des Vikariates Hinterthal aus diesem Bereich. Maria Alm wurde erst 1858 zur selbstständigen Pfarre erhoben.

 

Vorläuferbauten

Die Kirche von Alm ist die dritte an dieser Stelle. Die erste war im romanischen Stil Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet worden, wie es Ausgrabungen im Zuge der Renovierung der Kirche 1987 offenlegten. Eine zweite Kirche stammte aus der Zeit der frühen Gotik. Die Breite der damaligen Kirche entspricht dem heutigen Mittelschiff. Aus der gleichen Zeit stammt auch der heute noch bestehende Turm.
 

Der Kirchenumbau 1508

Das auf dem Höhepunkt seiner Macht stehende Geschlecht der Herren von der Almb ließ seine Eigenkirche zu einem repräsentativen Gotteshaus erweitern. Der Turm wurde erhöht und erhielt den nadelspitzen Helm, eine großartige Zimmermannsarbeit. So stellt sich bis heute der Kirchturm von Maria Alm mit seinem 76 m als einer der höchsten des Landes Salzburg dar.
 

Bei diesem Neubau, der 1508 seine Weihe erhielt, wurde das Kirchenschiff zu einer dreijochigen Halle erweitert. Auch die gemauerte Empore wurde damals eingezogen. Schon 1521 hatte die Kirche fünf Altäre.
 

Außen wurde die Kirche um eine offene Vorhalle („Obsten“) erweitert. Um 1800 wurde an der linken Seite der Vorhalle ein Ölberg errichtet. Jesus mit den schlafenden Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes und ein Engel mit dem Leidenskelch. An der rechten Seite hinter einem schmiedeeisernen Gitter befindet sich eine aus der Mitte des 18.Jh stammenden Kopie des berühmten „Wies-Heilandes“ an der Geißelsäule. Unter dieser Andachtsstätte befindet sich ein barockes Beinhaus = Karner. Darin wurden die Gebeine, aus eingeebneten Gräbern aufbewahrt. Nachweisbar sind solche Karner seit dem 12. Jahrhundert. Im Volksglauben galten sie als Versammlungsorte der „Armen Seelen“.
 

Das Äußere der Kirche wurde durch Strebepfeiler gegliedert, die Westfassade zudem noch durch ein umlaufendes Kaffgesims. Ein solches gliedert auch den Turm in vier Geschosse.
 

Beispielhafter Gemeinschaftssinn, die große Opferbereitschaft unserer Vorfahren und die Spendenfreudigkeit vieler Wallfahrer haben den Bau dieser wunderschönen Pfarr- und Wallfahrtskirche ermöglicht. Ohne die vorbildliche Beteiligung der Bevölkerung hätte auch die großartige, gelungene Renovierung von 1985 bis 1989 nicht durchgeführt werden können.


Zurück zum Seitenanfang


 

Die Geschichte der Wallfahrt

Die Ursprünge der Wallfahrt liegen im Dunkeln. Der Legende nach soll ein Bär (das latein. Wort „ursus“- Urslautal) einen Bauern/Holzarbeiter zerrissen haben, droben auf dem Schattberg, wo der Weg in den Jetzbachgraben hineinführt. Beim dort angebrachten Marienbild wurden häufige Gebetserhörungen in schwerer Bedrängnis erfahren. Daher haben fromme Leute eine Kapelle erbaut, die sich einer Beliebtheit erfreute zu der zahlreiche Wallfahrer kamen. Das zunehmende Wallfahrtswesen führte um 1600 zur Übertragung des Marienbildnisses in die Frauenkirche Maria Alm. Ab da begann hier der Wallfahrtszug, der bis heute anhält.

1636 schnitzte man nach dem Vorbild des Marienvotivbildes das jetzt vorhandene Gnadenbild: eine thronende Madonna, die mit der linken Hand das sitzende Jesuskind auf dem Schoß hält. Das Kind hat in der linken Hand eine Weintraube, Sinnbild des Leidens. Beide umfassen das Kreuz mit ihrer rechten Hand.
Reiche Votivgaben, die zusammen mit andern Kirchenschätzen leider 1801 als Kontribution an die Franzosen abgegeben werden mussten, zeugten von der überregionalen Bedeutung dieses Wallfahrtsortes. Die erhaltenen Votivgaben sind heute im Heimatmuseum Schloss Ritzen zu besichtigen. 1737 wurden erstmals die bis dahin verzeichneten Gebetserhörungen in Form eines Wallfahrtsbüchleins von Vikar Dr. Martin Weißbacher herausgegeben.


Zurück zum Seitenanfang

Gottesdienste

 Die Kirche ist tagsüber geöffnet

Sonn- und Feiertag: 1015 Uhr
Mittwoch: 0830 Uhr

Donnerstag:
(1830 Anbetung)

1900 Uhr
   


>> zur detaillierten
  Gottesdienstordnung >>

 



Öffnungszeiten:


Pfarrkanzlei (im Pfarrhof)

Montag:    9:00 bis 12:00 Uhr
                 15:00 bis 17:00 Uhr
            

Freitag:  9:00 bis 12:00 Uhr

 

Pfarrbücherei (im Mesnerhaus)

Dienstag: 15:00 bis 17:00 Uhr
Mittwoch
:   9:00 bis 12:00 Uhr

 

Weltladen (im Mesnerhaus)

Dienstag:
15:00 bis 17:00 Uhr


Wallfahrtskirche Maria Alm

Wie viele andere Kirchen im Land prägt auch unsere Kirche mit ihrem hoch aufragenden Turm das Bild des Ortes. Kirchenbauten wussten sich immer im besonderen Maß der Schönheit verpflichtet, die uns, ähnlich der Wahrheit, frei macht. Befreit sind wir zu einem Wissen, dass der Mensch geschaffen ist nach dem Abbild Gottes.
Als stille und eindrucksvolle Boten dieser Wahrheit, als Ort der Feier unseres Glaubens und als Verweis auf die Herrlichkeit der kommenden Welt und des unverlierbaren Lebens bei Gott, haben unsere Vorfahren die Gotteshäuser erbaut, hier in Maria Alm – unterstützt durch die Gaben der Wallfahrer – ein besonders prächtiges.